Hausmittel gegen Juckreiz beim Hund

Omas Hausmittel gegen Juckreiz beim Hund

Veröffentlicht am 6. April 2018

Amy, die dreijährige Schäferhündin meiner Großeltern, leidet seit einiger Zeit an schlimmem Juckreiz. Die Ursachen dafür sind, wie oft bei Juckreiz, schwer zu ermitteln. Und bevor die Ursache nicht wirklich fest steht, versucht meine Oma den Juckreiz mit natürlichen Hausmitteln zu lindern.

Auf den ersten Blick sieht die junge Schäferhund-Dame Amy kerngesund aus. Sie tobt gerne mit ihrem besten Kumpel Bruno, ist fleißig auf dem Hundeplatz und bei jedem Wetter gern draußen.

Bei genauer Betrachtung merkt man aber, dass sie sich sehr oft kratzen muss. Dadurch kommt es manchmal zu witzigen Szenen, z.B. wenn sie sich beim Rumtoben mit dem kleinerem Jack Russel-Mix Bruno plötzlich mitten im Spiel hinsetzt, um sich am Bauch zu kratzen während Bruno um sie herum springt und weiterspielen will. Doch Juckreiz beim Hund ist alles andere als lustig, sondern lästig – sowohl für den Hund als auch für den Hundebesitzer.

Juckreiz bei Hunden – häufige Ursachen

Der Juckreiz beim Hund kann das Leben des Hundes sichtlich beeinträchtigen. Weil er so lästig ist, lässt die Aufmerksamkeit von Hunden nach, sie werden leichter gereizt, sind nicht mehr so leistungsfähig und werden oft abgelenkt. Und nachts kann der Juckreiz so stark sein, dass Hunde nicht mehr ruhig auf ihrem Hundeschlafplatz schlafen können und sich am nächsten Tag noch schlechter konzentrieren können. Die häufigsten Ursachen für Juckreiz bei Hunden sind:

• Parasiten wie Zecken, Flöhe und Milben
• Bakterielle Infektionen
• Pilzinfektionen
• Futtermittelallergien und -unverträglichkeiten
• Magen-Darm-Probleme
• Geschwächtes Immunsystem
Allergien, ausgelöst durch Umwelteinflüsse, z. B. durch eine Hausstauballergie, Dermatitis gegen bestimmte chemische Putzmitteln usw.

Juckreiz ist oft ein Hinweis auf eine andere Erkrankung

Beim Tierarzt ist Amy leider schon Stammpatientin. All die Blutproben, Untersuchungen auf Zecken, Flöhe, Milben, Bakterien, Pilze, die Kotuntersuchung und Ausschlussdiät hat sie mit Bravour überstanden. Heute wissen wir: Die aufgekratzten Stellen am Bauch und an den Pfoten sind ein Symptom für ein tiefliegendes gesundheitliches Problem.

Im Amys Fall ist das eine gestörte Darmflora. Die Therapie: Durch Schonkost, ein getreidefreies, hochwertiges Hundefutter und Medikamente wird die Darmflora jetzt langsam wieder aufgebaut. Doch es wird noch dauern bis der Juckreiz verschwunden sein wird. Mittlerweile sind durch das viele Kratzen einige Stellen an Amys Pfoten und Bauch fast schon kahl. Leider jucken diese Stelle beim Abheilen besonders stark – ein Teufelskreis. Eine weitere Gefahr bei chronischem Jucken: Das Kratzen kann irgendwann auch zu einer schlechten Angewohnheit werden. Damit es gar nicht erst so weit kommt, versucht meine Oma den Juckreiz bei Amy mit natürlichen Mitteln zu lindern.

Heilmittel gegen Juckreiz aus Omas Apotheke

Meine Oma hat zahlreiche Rezepte auf Lager, die schon bei vielen Familienmitgliedern (nicht nur den Hunden) geholfen haben. Das sind nur einige von ihnen, die bei Hund und Mensch gegen Juckreiz helfen können:

Fenchelsamen und Kamillentee: Fenchelsamen zerkleinern, 2 Esslöffel davon in kalten Kamillentee geben und über Nacht ziehen lassen. Am nächsten Tag auf die betroffene Stelle sprühen oder einmassieren.
Aloe Vera-Gel: lindert den Juckreiz und kann bis zu dreimal am Tag auf die Haut aufgetragen werden.
Getrocknete Ringelblumenblätter aus Omas Garten: Eine Hand voll Blätter in einem halben Liter Wasser aufkochen, abkühlen lassen und anschließend daraus entfernen. Den Sud dreimal täglich an der betroffenen Stelle einmassieren.
Apfelessig: hilft gegen lästige Flöhe und beugt trockener Haut vor. Wichtig: Apfelessig darf nicht bei offenen und entzündeten Stellen angewendet werden! Verdünnter Apfelessig kann als Spray oder als Spülung verwendet werden. Alternativ können Sie Ihren Hund auch in einer Wasser-Apfelessig-Lösung baden. Hierzu kommen 500 ml Apfelessig auf einen halben Liter Wasser. In Amys Fall haben wir den Apfelessig einfach direkt in ihren Wassernapf gegeben (1 Teelöffel pro Napf). Übrigens: Apfelessig soll auch gegen Durchfall helfen.

Ich persönlich kenne nicht so viele Naturheilmittel und habe deshalb früher bei einer Hautirritation einfach eine Salbe aus der Apotheke verwendet. Doch mittlerweile verwende ich auch viel mehr natürliche Mittel. Schließlich sieht Amys Fell mittlerweile auch schon wieder viel dichter und gesünder aus – Omas Hausmittel scheinen also gut zu helfen.

Vorbeugende Maßnahmen gegen Juckreiz

Amys Juckreiz liegt an ihren Verdauungsproblemen und ihrem geschwächten Immunsystem. Leider ist sie dadurch aber nicht vor den vielen anderen typischen Juckreiz-Ursachen bei Hunden wie Milben, Flöhe und Zecken geschützt.

1. Ein zuverlässiger Zeckenschutz, der auch vor Milben und Flöhen schützt, ist in ihrem Fall sogar besonders wichtig. Auch hier versucht Oma möglichst nur natürliche Mittel zu verwenden und so die typischen Nebenwirkungen der „chemischen Anti-Flohmittel“ zu vermeiden.
2. Bernsteinketten : Meine Oma schwört auf Bernsteinketten für Hunde. Zwar ist die Wirkung von Bernsteinketten nicht wissenschaftlich belegt, doch meine Oma hat damit sehr positive Erfahrungen gemacht. Und ich glaube auch, dass die Wissenschaft heute noch nicht alles rund um bewährte Naturheilmittel erforscht hat.
3. Ein hygienisches Hundebett. Was Wissenschaftler aber definitiv nicht bestreiten, ist die positive Wirkung eines hygienischen Hundeschlafplatzes bei Hautproblemen. Deswegen wurde für Amy ein Hundebett aus Kunstleder angeschafft. Da es leicht abwischbar ist, können sich vor allem die mikroskopisch kleinen Milben kaum mehr im Hundebett verbreiten. Das ist gerade bei Hunden mit einer Hausstauballergie besonders wichtig. Diesen Tipp hat meine Oma – das kann ich mit vollem Stolz sagen – direkt von mir bekommen! Und ich muss seitdem nicht mehr beim Putzen Amys Fell mühsam aus dem Hundebett entfernen. Also, eine Win-win-Situation für alle!


9 Antworten zu “Omas Hausmittel gegen Juckreiz beim Hund”

  1. Ellx sagt:

    Ich bin überzeugt das die meisten Tiere eine Futtermittel Allergie haben und da sind Omas Tipps die beste Alternative, doch langfristig muss man vom trocken Futter weg, wenn man seinem Liebling auf Dauer helfen will, toll Seite

  2. Dani sagt:

    Was genau ist den bei der Hündin Deiner Oma rausgefunden worden und welche Medikamente bekommt sie für den Darm?
    Ich muss sofort an unseren Schäfi-Rüden denken, der auch an ständigen Juckreiz leidet und nichts hilft, selbst Kortison brachte keine wirkliche Besserung. Hypoallergenes Futter haben sämtliche ausprobiert. Nichts hilft. Zudem nimmt er seit einiger Zeit sehr doll ab, wiegt als ausgewachsener Rüde nur noch 26 kg. Organisch ist er gesund. Blutbild super, Kot auch Röntgen und Ultraschall ergaben keinen Befund. Vielleicht ist es ja ähnliches wie bei Amy?

    • dogsfinest sagt:

      Hallo Dani, Amy hatte nach neusten Erkenntnissen eine Bauchspeicheldrüse-Entzündung. Dadurch hatte sie oft Durchfall, war sehr dünn und hatte Jückreiz, weil ihr Immunsystem geschwächt war und sie wohl für die Hauterkrankungen sehr anfällig ist. Sie hat erstmal Antibiotikum gegen Entzündung bekommen, Futter musste umgestellt werden (Hühnchen mit Süßkartoffel oder Reis von Oma selbst gekocht und getreidefreies Trockenfutter nur als Leckerli) und sie musste mit einem speziellen Shampoo gebadet werden, dazu musste sie auch Kortison-Tabletten nehmen. Damit Amy nicht zu viele Medikamente ständig zu sich nimmt, hat Oma diese Mittel aus ihrere Apotheke verwendet. Welche von allen diesen Mitteln am effektivsten sind, ist schwer zu sagen. Wenn man verzweifelt ist und seinem Hund helfen möchte, greift man mal zu einem Mittel, mal zu einem anderen, probiert vieles aus. Leider ganz ohne Medikamenten wäre die Heilung in Amys Fall entweder sehr langsam oder gar nicht möglich. Aber das Einzige,was zählt, ist Endergebnis. Inzwischen geht es Amy schon viel besser. 🙂

  3. Kalin sagt:

    Ich verwende derzeit ein echtes Wundermittel vom Tierarzt welches erst seit 1 Jahr auf dem Markt ist. Cytopoint nennt es sich. Es hilft hervorragend.

    Ich vermute das in einer Großstadt wie Berlin der Juckreiz auch durch den Ruß der Autoabgase entsteht, welcher auf allen wiesen niederregnet. Ich werde trotzdem mal einige von Omas Rezepte ausprobieren. Ringelblumen Salbe hab ich auch schon mal gehört das es wirken soll, ich versuche es einfach mal. Danke für die ganzen Tips

  4. Martin sagt:

    Hey ,

    Sehr interessanter Artikel mit hilfreichen Tipps! Haben die Tipps auch alle ausprobiert. Unser Ludwig hatte nämlich auch eine Zeit lang mit Juckreiz zu kämpfen. Wir dachten das wird schon wieder, aber nachdem es nach 4 Wochen nur noch schlimmer wurde und die Hausmittel nicht geholfen haben sind wir zum Arzt gegangen. Hat dann eine Getreideunverträglichkeit festgestellt. Mussten die komplette Ernährung umstellen, das war echt nervig :/ Gibt ja unzählige Anbieter die vermeidlich getreidefreies Futter anbieten. Haben nach langem hin und her dann das Hundefutter von Bestesfutter gefunden. Das verträgt unser Ludwig am besten und Nährstoffe sind auch alle drin. Könnt ihr mir da noch Alternativen vorschlagen ? Dann kommt noch ein bisschen Abwechslung rein 🙂

    Liebe Grüße Martin

  5. Sammy sagt:

    Angeblich soll ein SpotOn auch bei Flöhen helfn. Leider wußten das die Flöhe die mein Kleiner jetzt hat nicht. Da wirksamste und beste Mittel ist das Medikament Luterferon. Program verwendet es und die Flöhe die beissen können sich nicht mehr vermehren. Hab leider erst jetzt bei meinem Kleinen Flöhe festgestellt. Er kratzt sich es scheint sehr zu jucken. Ich werde es mit Fenchelsamen in kaltem Kamilletee probieren. Ist mir lieber als Weidenrindenshampoo obwohl das ggen Juckreiz hilft bin ich niht sicher, ob es die Flöhe vertreibt. zur Not mach ich Tee und sprühe es meinem Liebling aufs Fell. …..und Omas Hausmittel sind die Besten 🙂

  6. Schiele sagt:

    Mein Hund juckt sich auch fürchterlich nimmt seit 5 Wochen Tabletten und Allergikerfuter.Hilft nicht werde Mal Omas Hausmittel versuchen.

  7. Schiele sagt:

    Habe nach einem brauchbaren mittel für meinen Shiba inu gesucht. Er juckt sich fuerchterlich

  8. Lisa sagt:

    Sehr interessanter Beitrag! Unser Hund hat auch öfter mal Juckreiz (ohne Ursache, schon etliche Tierarzt-Besuche deswegen hinter uns) und nun kann ich ihm auch mit natürlichen Hausmitteln helfen und muss nicht mehr auf die chemischen Mittel zurückgreifen 😊 Omas Tipps sind und bleiben doch einfach die Besten! Danke dafür!

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