Herzerkrankungen beim Hund

Herzerkrankungen bei Hunden

Veröffentlicht am 1. März 2016

Wenn das Hundeherz uns an die Nieren geht

Manche Geschichten gehen einem wirklich ans Herz. Weil es buchstäblich darum geht. Warum Herzleiden bei Hunden oft erst in späteren Jahren auftreten und was man für die kranken Fellfreunde tun kann.

Ein Hund an sich ist ja schon eine Herzensangelegenheit. Wir haben uns doch für unsere Wohnungswölfe entschieden, weil sie uns am Herzen liegen. Weil es glücklich macht, einen so treuen Freund und Gefährten zu haben. Weil sie uns in Schwung bringen. Weil sie uns Ruhe geben. Leider ist es manchmal so, dass ein Hund wirklich zur Herzenssache wird – wenn sein Herz leidet.

Mögliche Symptome einer Herzkrankheit

In meiner Hunderunde habe ich von einem Boxer gehört, der fast von heute auf morgen sein Temperament und seinem Bewegungsdrang verloren hatte – in der Blüte seiner Jahre. Boxer Max trottete nur noch unwillig seine Runde, ignorierte sämtliche geworfenen Stöckchen, wollte lieber nach Hause als sonstwohin, lag fast apathisch und träge im Hundebett herum.

Bei einem Gassi-Gang fiel dann dem Herrchen auf, dass Max’ Zunge ganz blau war – ein deutliches Zeichen dafür, dass das Herz nicht mehr genug Blut in den Körper pumpt. Bis jetzt ist Boxer Max das Schlimmste erspart geblieben. Denn manche Hunde fallen tatsächlich einfach um, sie sterben den sogenannten Sekundentod, ohne vorher große Anzeichen eines Herzleidens gezeigt zu haben.

Bei Max ist es eine angeborene Herzmuskelschwäche, eine krankhafte Erweiterung des Herzmuskels. Dieser genetische Defekt betrifft leider einige große und sehr große Hunderassen. Die Veranlagung wird durch die Zucht weitergegeben, so dass man leider nicht wirklich etwas zur Vorbeugung tun kann. Der Boxer-Rüde wird jetzt natürlich anders behandelt, wenn er müde ist, darf er ruhen, zu Spiel und Bewegung wird er nicht gedrängt. Herzmedikamente unterstützen sein Boxerherz nun, und ein extra-weiches Hundebett sorgt dafür, dass er besonders gut liegt und erholsam schläft.

Die Geschichte von Max hat mich hellhörig gemacht, denn anscheinend sind einige Herzleiden bei Hunden nicht auf Anhieb erkennbar. Im Anfangsstadium sind die Anzeichen für Otto-Normalhund-Halter nicht auffällig – Herzerkrankungen verlaufen schleichend und oft über Jahre. Der Körper des Hundes kompensiert die Herzschwäche oft sehr lange. Daher sind für den Laien zunächst schlecht zu erkennen.

Auslöser eines Herzleidens

Neben den angeborenen Herzkrankheiten können sich Hunde auch eine Herzschwäche „erwerben“. Eine bakterielle Infektion kann ein Auslöser sein – wenn die Erreger über die Blutbahn zum Herzen gelangen und hier wiederum eine Infektion auslösen. So bei einer Herzschwäche, die kleinere Hunderassen betrifft und wohl durch eine Bindegewebsschwäche ausgelöst wird. Bei dieser Herzklappenerkrankung schließen irgendwann die Herzklappen nicht mehr richtig. So kann Blut aus den Herzkammern in den Vorhof zurückfließen. Eine Erkrankung, die erst im mittleren bis späteren Alter des Fellfreundchens auftritt und sehr langsam fortschreitet.

Erworben sind aber auch Herzleiden, die zum Beispiel durch zu exzessives Training (Sportlerherz) oder falsche Ernährung ausgelöst werden. Besonders auf das ausgewogene Futter sollte man achten. Taurin ist ein Abbauprodukt von Aminosäuren und existenziell für den Herzstoffwechsel. Cocker sind bekannt dafür, bei Taurinmangel eine Herzerkrankung zu entwickeln.

Diagnosemöglichkeiten

Wer sichergehen will, was mit dem Herzens-Hund los ist, sollte ihn auf „Herz und Nieren“ prüfen lassen. Von Blutdruckmessen über Kardiogramm bis zum Ultraschall sind viele Möglichkeiten gegeben. Schon allein das Abhören mit dem Stethoskop kann erste Anzeichen zeigen – oder Entwarnung geben. Regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen können sehr hilfreich sein für frühzeitige Erkennung und Behandlung.

Sollte aber das Herz des Hundes krank sein, darf das eigene nicht in die Hose sinken. Die Fellnase will weiter ganz normal am Leben teilhaben, und sie zeigt uns eigentlich von selbst, wann Ruhe und Erholung nötig sind. Manchmal helfen Medikamente und eine besondere Diät – und alles, was das Hundeleben angenehmer macht, weiche Schlafgelegenheiten, schöne Plätze zu Rückzug und Erholung. Jede gemeinsame Sekunde wird dann noch wertvoller und kann intensiv genossen werden.

Tja, und mein Border-Terrier-Mix Fips? Nach der Story mit dem guten Max war ich ganz schön aufgeschreckt. Obwohl mein Kleiner natürlich weiterhin wie ein Wirbelwind durch mein Leben fegt. Und es heißt ja, dass die Hundekinder der Liebe, auch Promenadenmischungen genannt, nicht so anfällig für genetische Herzfehler wären. Glauben ist gut, Kontrolle ist besser. Der Termin beim Tierarzt ist schon gemacht.


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