Hund mit einer Bisswunden

Erste Hilfe beim Hund: Bisswunden

Veröffentlicht am 23. Januar 2018

Wenn Ihr Hund von einem anderen Hund gebissen wird, zählt jede Minute. Denn selbst kleinere Bisswunden können für Hunde gefährlich werden.

Kaum zu glauben aber selbst unsere kleine, flauschige Nelly wurde von einem anderen Hund gebissen. Und das, wo sie doch schon im Seniorenalter ist. Zugegeben: Nelly mag nicht all ihre Artgenossen. Aber das geht uns Menschen ja auch oft so. Vielleicht liegt es aber auch nur daran, dass Nellys ganze Liebe ihrem Frauchen gilt. Aber deswegen gleich gebissen werden?! Unverschämt! Zwar war Nellys Bisswunde nicht sehr groß, aber ziemlich tief. Wir mussten also handeln.

Nellys „Kriegsverletzung“ aus dem Hecken-Hinterhalt

Es passierte in einem Park, der passend zum typisch norddeutschen Winterwetter fast menschen- und hundeleer war. Nelly ging mit ihrem Frauchen spazieren und wurde für eine gemeinsame Spielrunde von der Hundeleine gelassen. Andere Hunde interessieren Nelly gar nicht, deshalb hat es der kleine Flauschball auch erst gar nicht gemerkt, als ein ziemlich kräftiger Hund aus einer Hecke sprang. Dann ging leider alles sehr schnell: aufgeregtes Bellen, lautes Winseln von Nelly, kräftiges Knurren ihres Kontrahenten und laute Menschenschreie. Schon war das Unglück geschehen: Nelly lag in den Händen ihres Frauchens und atmete schwer während sich das weiße Fell an Nellys Hinterpfote rot vom Blut färbte.

Bei Bisswunden ist schnelles Handeln notwendig

Solche Situationen werden einigen von Ihnen sehr bekannt vorkommen. Und auch wenn man als Hundebesitzer, verständlicherweise, erstmal sehr wütend und erschrocken ist – gerade jetzt sollten Sie Ruhe bewahren! Denn Schuldzuweisungen helfen dem gebissenen Hund nicht weiter und gerade die Zeit, die man mit Streiten vergeudet kann in manchen Situationen sogar das Hundeleben retten!

Fünf Erste-Hilfe-Tipps bei Bisswunden:

1. Gerade wenn die Bisswunde am Hals, Kopf oder im Nackenbereich ist, sollten Sie umgehend einen Tierarzt aufsuchen.

2. Wenn die Wunde stärker blutet, stoppen Sie die Blutung, indem Sie ein Druckverband auf die Wunde auflegen.

3. Legen Sie den verletzen Hund in eine stabile Seitenlage, wickeln Sie ihn in eine Hundedecke ein und bringen sie ihn so schnell wie möglich zum Tierarzt.

4. Damit der verletzte Hund Weg zum Tierarzt sicher übersteht und nicht noch mehr verletzt wird, sollten Sie ihn am besten in eine Hundetransportbox legen. 

5. Ganz wichtig: Bewahren Sie einen kühlen Kopf und werden Sie nicht zu nervös und hektisch. Denn Ihre Nervosität überträgt sich auf Ihren Hund und das macht es für ihn noch schwerer.

Bisswunden bei Hunden nicht unterschätzen

Auch auf den ersten Blick kaum sichtbare Verletzungen können gefährlich werden, denn eine schlecht desinfizierte Bisswunde kann sich mit der Zeit entzünden. Die Wunde darf nicht mit Leitungswasser gereinigt werden! Verwenden Sie stattdessen am besten ein ganz normales Wunddesinfektionsmittel aus dem Erste-Hilfe-Kasten.

Seelische Wunden sind häufig tiefer

Bei Nelly war die Bisswunde zum Glück nicht sehr schlimm. Beim Tierarzt wurde ihre Wunde sorgfältig gereinigt und danach schlief sie eingekuschelt in ihren Hundeschlafsack in der Nähe von Frauchen ein. Die Bisswunde wird mit der Zeit komplett verheilen. Doch noch heute hat Nelly Angst vor großen Artgenossen. Sobald sie einen größeren Hund sieht, beginnt sie am ganzen Körper zu zittern. Leider verheilen die seelischen Wunden einer Bisswunde meistens nicht so schnell wie die körperlichen. Was für ein Glück, dass Nellys Frauchen immer in der Nähe ist!


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