Windhund im Hundemantel

Ein Hundemantel muss sein!?

Veröffentlicht am 16. November 2015

Nicht den Mantel des Schweigens darüber ausbreiten!

Mag sein, dass ein Dackel im Wintermantel wie ein rasender Zugluftstopper aussieht. Warum es aber manchmal Sinn macht, Hunde gegen Kälte zu schützen und wieso einem Senfgelb dabei helfen kann, erfahren Sie hier.

Brrrr … draußen ist es noch nicht richtig hell und ganz fies nasskalt – also besser den Wintermantel überwerfen, bevor es rausgeht!

Nein, nicht meinen Mantel. Den Hundemantel! Fips wird schön warm eingepackt, und das ist auch gut so. Ahnen Sie schon, wie oft ich auf meinen Zugluftstopper mit vier Beinen angesprochen werde?„Das ist doch ein robuster kleiner Kerl, verweichlichen Sie Ihren Hund nicht?“ Oder auch: „Ach, du frierst dir hier sonstwas ab, aber dein Fips ist gut eingepackt? Verkehrte Welt!“ Ein Hundemantel ist ein wahrlich heißes Eisen, an dem man sich schnell die Finger verbrennt. Bevor ich das erste Mäntelchen für meinen gemischten Terrier Fips ausgesucht habe, habe ich viel gelesen. Und dann den Hund intensiv beobachtet.

Gute Gründe für einen Hundemantel

Denn es gibt viele Gründe, einem Hund einen funktionalen Mantel oder eine Hundejacke zu gönnen. Man denkt anders darüber, wenn man weiß, dass einige Hunderassen keine Unterwolle mehr haben – oder zu wenig, um in knackig-kalten Zeiten zu wärmen. Der Hund mag „robust“ aussehen, wie beispielsweise ein Rhodesian Ridgeback, ein Dalmatiner oder Dobermann. Aber sie sind längst nicht mehr so widerstandsfähig gegen die Kälte wie ihr Vorfahr, der Wolf. Diese Rassen frieren tatsächlich im Winter, deshalb unterstützt es ihre Gesundheit, sie bei Minusgraden oder stürmischen Winden gut einzupacken. Auch Hunde aus wärmeren Klimazonen, zum Beispiel Galgos oder Podencos sind an andere Temperaturen gewöhnt und benötigen meist einen Windhundmantel. Das ist kein Verweichlichungs- Märchen. Ich kann mich übrigens noch gut erinnern, wie ich einmal im Dezember nach einem zweiwöchigen Kanaren-Urlaub aus dem Flugzeug gestiegen bin. Mein Körper hatte sich wunderbar auf die sonnigen 26 Grad eingestellt – und draußen erwarteten mich dann grauenhafte Minusgrade. So ähnlich wird es den Südländern unter den Hunden bei uns gehen. Die meisten von ihnen haben – rassebedingt – auch kein Unterhautfettgewebe mehr, das kälteisolierend wirkt.

Ältere – und kranke Hunde

Kommen noch die älteren oder kranken Hunde hinzu. Wer nicht durch Schnee und Eis toben kann oder sich rennend im pfeifenden Wind warmlaufen kann, dem tut eine wärmende Hülle gut. Für Hunde mit Arthrose, Gelenk- oder Knochenproblemen, ist ein solcher Kälteschutz wirklich empfehlenswert. Deshalb sollten Sie demnächst durchaus wohlwollender auf die Fellnasen schauen, die aus einem Mantel herausgucken. Und überlegen, ob nicht auch für Ihren Streuner ein Hundemantel im strengen Winter sinnvoll wäre.

Nachdem ich letzten Winter beobachtet hatte, dass mein Frier-Fips mit eingezogenem Schwanz und gelegentlich auch ein bisschen zitternd durch die Weltgeschichte zottelte, bin ich über meinen Mantel-Schatten gesprungen. Und so gern ich auch für mich mal eine knallige Farbe und einen rasanten Schnitt wähle – für Fips sollte es etwas Dezentes und vor allem Passendes sein. Der Hundemantel muss wirklich gut sitzen und darf den bewegungsfreudigen Fellfreund nicht behindern oder einzwängen. Ich hatte den Eindruck, Fips würde nun gut bemäntelt gleich viel lieber in die Kälte trippeln. Und damit ich auch meinen Spaß habe, habe ich mir ebenfalls ein neues Wintermäntelchen gegönnt. Senfgelb. Und unübersehbar selbst in stockdunkler Nacht. Wem würde der tarngraue Mantel von Fips da noch auffallen?

 


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